Ich weiß nicht, wie oft ich an der Ausfahrt Zusmarshausen schon vorbei gefahren bin. Einige Jahre pendelte ich zwischen München und Stuttgart, denn ich arbeitete für einen Verlag mit Sitz in Stuttgart. Nach endlosen Redaktionssitzungen, langatmigen Besprechungen mit der Layoutabteilung fuhr ich spät Abends von Stuttgart los. Viel zu spät, viel zu müde.
Und kaum auf der Autobahn angekommen, gab es entweder Staus wegen endloser langer Baustellen oder ich kroch im Schneckentempo über die Fahrbahnen, weil sich schlimme Unwetter über mir entluden.
Der erste Hoffnungschimmer war immer Zusmarshausen, denn ab dieser Ausfahrt war das Ziel München schon fast greifbar. Nur noch ein paar Ausfahrten und schon war ich zu Hause. Egal, wie lange ich auf der fast immer übervollen Autobahn unterwegs war, sobald ich Zusmarshausen las, wußte ich, das Schlimmste ist überstanden und bald bin ich zuhause.
Ein lohnenswertes Ziel: Alte Posthalterei in Zusmarshausen
Umso mehr freute ich mich, als ich die Einladung zum einem kulinarischen Wochenende in Zusmarshausen bekam. Ziel der Reise war die Alte Posthalterei, mitten im kleinen Ort gelegen.
Historisches Erbe, das beim Umbau zum Vorschein kam


Als noch die Pferdekutschen allgemeines Transportmittel waren, war es notwendig auf der Strecke Paris-Wien die Pferde zu wechseln. Heute nur knapp 15 Minunten von der historischen Fuggerstadt Augsburg entfernt, wurde in Zusmarshausen die Posthalterei gegründet. Prominente Übernachtungsgäste waren Napoleon im Oktober 1805 und im April 1770 die jüngste Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, Erzherzogin Maria Antonia. Sie nächtigte auf ihrer Brautfahrt von Wien nach Versailles in der Posthalterei, bevor sie als Marie Antonette und Gattin von Ludwig XV. so unglücklich endete. 235 Personen in 57 meist sechsspännigen Wagen und 250 Reit- und Zugpferde begaben sich ab dem 21. April 1805 auf die 17-tägige Reise von Wien über Zusmarshausen bis nach Straßburg.
Ein Umbau mit Fingerspitzengefühl
Die charmanten Gastgeber Manuela und Marc Schumacher entwickelten ein Konzept, um dem historischen Gemäuer neues Leben einzuhauchen. Nach einer gewaltigen Investition mit gut 50 Millionen Bausumme und sehr viel Liebe ins Detail entstand ein Neubau, der das Alte erhielt und geschickt mit dem heutigen Anforderungen und viel Lifestyle verbindet. 66 Zimmer und Suiten wurden individuell gestaltet und bieten Komfort und Behaglichkeit.

Kulinarik a la Alter Posthalterei
Bayerische Gerichte interpretiert die charmante Küchenchefin Sandra Hofer neu und immer ausgesprochen kreativ. Die Preise angemessen, aber nicht überzogen und Küche und Bar sind auch für Sonderwünsche immer offen. Zwar wird zunächst auf lokale Produktion mit Erzeugern direkt in der Umgebung gesetzt, aber auch T-Bonesteaks oder Krustentiere aus fernen Meeren finden sich auf der Karte wieder. Bis auf diese Ausnahmen aber kaufen die Schumachers ihre Produkte direkt vom Erzeuger nebenan. Der örtliche Bäcker ist ebenso involviert wie die lokale Brauerei.




Es war ein traumhaftes Wochenende, voll der kulinarischen Genüsse. Doch Zusmarshausen und die Alte Posthalterei lohnen für ein Wochenende oder sogar etwas länger. Man kann sich das nahe Augsburg ansehen, Kinder freuen sich über einen Ausflug in das Legoland in Günzburg, zum Shoppen lockt München. Es gibt viele Möglichkeiten in der nahem Umgebung und Zusmarshausen ist umgeben von einem zauberhaften Wald, durch den man wandern oder waldbaden kann. Oder man kann eine Runde Golf spielen im nahen Golfclub von Augsburg..




Mehr Informationen: www.alteposthalterei.com