19 Nov

Glutenfreies Baguette mit Kruste

glutenfree

Nach mehr als eineinhalb Jahren Umstellung auf glutenfrei vermisste ich nahezu schmerzlich mal wieder ein Brot mit fester Kruste. Einer richtig krachenden Kruste und innen schön zäh.

glutenfree

Glutenfreies Baguette richtig schön knusprig

Am Samstag war es soweit, ich traute mich an mein  erstes gf-Baguette nach bisheriger Backart, aber mit glutunfreiem Mehl. Und das Ergebnis ist so wahnsinnig gut geworden, dass auch mein Mann, der nicht glutenfrei essen muss, ein Baguette mit gegessen hat. Wir haben die ersten beiden Baguettes noch lauwarm direkt aus dem Ofen gegessen. Es gab Kräuterfrischkäse dazu und die letzte kleine Salami aus Italien.

glutenfree

Glutenfreies Baguette mit Buttermilch

Das glutenfreie Backen hat so seine Tücken und nach einigen Fehlversuchen probierte ich immer wieder  an diesem Rezept. Unterstützt von allerlei Hilfsmitteln und den Tricks aus meiner bisherigen Back-Leidenschaft gelang mir nun endlich das Baguette, das ich wollte. Außen eine dicke, knackige Runde, richtig herzhaft zum Reinbeißen und leicht zäh und  mit vielen großen und kleinen Luftblasen im Teig.

3 Tipps zum Erfolg beim glutenfreien Backen

Seitdem ich glutenfrei backe, habe ich mir eine dieser Wunder-Küchenmaschinen zugelegt. Erstes brauche ich den starken Knethaken, denn ich glaube bei diesem Rezept versagt mein alter Handmixer. Und ich habe mit Baguette-Formen gebacken, deshalb sind die Baguette auch unten schön knusprig. Und ich habe mich an meinen alten Baguette-Trick aus der normalen Bäckerei erinnert: Nach dem Gehen, wenn der Ofen fast die Hitze erreicht hat, eine Tasse Wasser zum Verdampfen auf den Boden des Backofens schütten. Ich habe dieses Mal sogar kurze Zeit später, nochmals eine Tasse zum Verdampfen reingegeben.

glutenfree

Außen knusprig und innen schön zäh.

Rezept Glutenfreies Baguette mit Buttermilch

Zutaten:
250 Gr. glutenfreies Mehl (Ich hatte dieses Mal Plan White Flour von
150 Gr. Sonnenblumenmehl
1 Pack. Trockenhefe
1/2 Kaffeelöffel Xanthan
1 gestrichener Kaffeelöffel Salz
150 ml Buttermilch (Achtung Buttermilch muss zimmerwarm sein)
1 Esslöffel Fiberhusk Flohsamenschalen
1 Esslössel naturtrüber Apfelessig
2 Esslöffel Rapsöl
100 ml warmes Wasser

glutenfree

Glutenfreies Mehl und Sonnenblumenmehl

Die trockenen Zutaten Mehl, Sonnenblumenmehl, Xanten, Salz und Trockenhefe in einer Rührschüssel vermengen. Dann in die Buttermilch die gemahlenen Flohsamenschalen einrühren und gut verrühren. Es entsteht zunächst ein Gel, das später fest wird. Aber das soll so sein.

glutenfree

Gel aus Buttermilch und Flohsamenschalen

Dann das Flohsamenschalen-/Buttermilch-Gemisch zu den trockenen Zutaten dazu geben und mit dem warmen Wasser  unterrühren. Dann das Rapsöl und den Apfelessig dazu geben. Jetzt die Küchenmaschine einschalten und den Knethaken einsetzen, denn es ist ein ganz schön schwerer Teig. Erst etwas weniger rühren, dann die Rührgeschwindigkeit erhöhen. Der Teig bildet zunächst einen Kloß und nach einiger Zeit legt sich der Teig wieder an der Rührschüssel an.

Nun gibt es zwei Wege den Teig gehen zu lassen: Entweder in eine Plastikschüssel umfüllen und warm stellen. Oder wenn ihr eine Küchenmaschine mit Kochfunktion habt,  40 Grad für 5 Minuten einstellen.  Der Teig sollte sich schon ein bisschen vergrößern – insgesamt darf er jetzt 45 Minuten oder sogar länger gehen.

Glutenfreie Hefeteige ruhig länger gehen lassen

Ich habe festgestellt, dass man glutenfreie Hefeteige ruhig mal länger gehen lassen kann. Ist die Zeit zu kurz, geht der Teig nicht. So richte ich mich neuerdings nur noch danach, ob der Teig schon gegangen ist als nach der Zeitangabe. Letztens war ich mit dem Hund Gassi und Brunello traf so viele andere Vierbeiner dass der Teig schlichtweg eine Stunde gehen konnte. Hat ihm nichts geschadet.  Lasst Euere glutenfreien Teige lange genug gehen!

Wenn der Teig sich verdoppelt hat, aus der Schüssel nehmen und mit der Teigkarte in drei Teile teilen. Etwas gf-Mehl oder Speisestärke auf die Arbeitsfläche sieben und die Teigteile in kleine Rollen formen. Das Baguetteblech mit Olivenöl einfetten und die Teiglinge einlegen.

Jetzt darf der Teig zum zweiten Mal gehen und zwar  im Backofen. 50 Grad einstellen für 30 Minuten und auch hier wieder der Tipp, wenn der Teig etwas mehr Zeit bekommt  – umso besser.  Wen der Teig in der Baguetteform gut gegangen ist, mit einem scharfen Messer (zwischendurch in das Wasser tauchen) einschneiden, damit die typischen Einschnitte entstehen.

Jetzt die Temperatur auf 220 Grad erhöhen. Sobald die Temperatur erreicht ist, eine Tasse Wasser auf den Boden des Backofens gießen und schnell die Türe schließen. Der Dampfstoss “heizt” den Baguettes so richtig ein – sie gehen nochmals kräftig auf. Ihr könnt zwischendurch die Baguettes auch mit Wasser besprühen oder einfacher nochmals eine Tasse Wasser in den Backofen geben. Insgesamt für 45 Minuten backen.

Tipp: Wir haben ein Baguette gleich an diesem Abend gegessen und die beiden anderen habe ich über Nacht im Backofen gelassen und am nächsten Morgen sofort in Portionen geschnitten und eingefroren. Ich wurde die einzelnen Stückchen jweweils aufbacken, wenn ich Brot brauche.

Guten Appetit und ich freue mich auf Euere Kommentare. Viel Spaß beim Nachbacken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte CAPTCHA lösen: *