19 Dez

Kokos-Makronen und andere Katastrophen

glutenfrei

Zugegen, ich liebe Foodblogs. Ich kann mich gar nicht satt sehen an den tollen Bildern und den appetitlich hergerichteten Speisen, die immer auf den passenden Teller liegen. Dazu noch Fotos im perfekten Licht, mit perfektem Hintergrund und perfekt gekocht. Regelmäßig schmelze ich vor Begeisterung dahin und versuche das Unmögliche, die wunderbaren Rezepte nachzukochen. Manchmal klappt es annähernd, doch meist kommt es zu gravierenden Abweichungen von Vorlage und Realität.

Angespornt von vielen wunderbaren Bildern der Weihnachtsbäckerei wagte ich mich heute an Kokos-Makronen. Früher hatte ich zwei Standard- Plätzchenrezepte, Vanille-Kipferl und Kokos-Makronen. Beide Rezepte stammten aus einem wunderbaren Kochbuch und harmonierten perfekt zusammen, sowohl bei den Zutaten als auch beim Teig anrühren und backen.  Eier trennen und mit den Eigelb den Teig für die Vanille-Kipferl herrichten. Dann eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. In der Zwischenzeit Eischnee aus dem Eiweiß schlagen, Kokosflocken drunter heben, etwas Puderzucker und Zitrone dazu und kleine Häufchen auf Backoblaten setzen. Dann ab in den Ofen und in der Zwischenzeit die Vanille-Kipferl wuzeln, sprich die kleinen Hörnchen mit den Fingern rollen. Wenn die Kokos-Makronen fertig sind, die Vanille-Kipferl backen. Ach, wie einfach war das Leben und die Weihnachtsbäckerei.

Doch wie es das Schicksal will, das begnadete Backbuch ging den Weg alles Zeitlichen, bei einer Kellerüberschwemmung kam es in den Fluten und anschließend in den großen Müllcontainer. Seitdem habe ich die Finger von jeglicher Weihnachtsbäckerei gelassen und sehe mir stattdessen immer diese wunderbaren Foodblogs an, in denen köstliche Weihnachtsgepäck gezaubert wird.

Nun hatte ich die Ausrede, dass ich leider nicht backen könne, weil ich ja glutenfrei essen muss. Die Ausrede wurde ad absurdum geführt, da Kokos-Makronen glutenfrei sind, weil nur aus Eiweiß, Puderzucker und Kokosflocken bestehen. Und somit war meine bisherige guten Ausrede hinfällig. Angespornt von den neuesten Bildern diverser Foodblogs machte ich mich an Kokos-Makronen – ohne mein begnadetes Backbuch. Und als logische Ergänzung für die Eigelbe suchte ich mir ein Rezept für Buchweizen-Mürbteigkekse bei einer großen Rezeptdatenbank.

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Glutenfrei und lecker: Kokos-Makronen

Was soll ich sagen? Nach Jahren der Backabstinenz konnte ich mich nur noch vage an das Rezept erinnern und irgendwie klappte es nicht so wie in der Erinnerung. Als die ganze Küche in Kokosflocken zu ersticken drohte, wandte ich mich hilfesuchend an das große Rezeptportal und suchte mit klebrigen Fingern Rezepte für Kokos-Makronen. Ich hatte zwei Sachen grundlegend verwechselt: Ich hatte nur die Hälfte der nötigen Eiweiß genommen, dafür aber die doppelte Menge an Kokosflocken. Die Folge war eine viel zu trockene Kokos-Makronen-Grundmasse. Die einzige Rettung war, dass ich ein Rezept fand, das eine gute Seele veröffentlicht hatte mit dem Hinweis: Rezept meiner Oma, Kokos-Makronen, die garantiert saftig sind. Oma`s Geheimnis war Quark, den ich auch unterhob, damit die Kokos-Makronen wenigstens etwas Halt bekamen.

 

Damit es Weihnachten doch noch perfekte Kokos-Makronen gibt, werden morgen Kokos-Makronen aus der Backmischung eines Marktführers hergestellt. Alles fertig gemischt, ich muss nur noch Eiweiß in der genauen Stückzahl dazu geben. Kann eigentlich nichts schiefgehen.

Für alle, die mein Rezept backen möchten, hier die richtigen Angaben:

4 Eiweiß richtig schön steif schlagen, dann vorsichtig 80-100 Gramm Puderzucker unterheben. Wer es etwas fruchtig mag, den Saft einer halben Zitronen ebenfalls vorsichtig unterheben. Dann 250 Gramm (also die halbe Packung der handelsüblichen 500-Gramm-Packung) immer noch vorsichtig unterheben. Das Ganze soll einen leicht geschmeidig sein. Dann mit dem Löffel kleine Häufchen abstechen und auf Oblaten setzen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und bei 150 Grad Umluft 10 bis 15 Minuten trocknen lassen.

Geht es Euch auch so, dass beim Kochen vieles immer ganz anders aussieht als auf den Bildern der Rezepte? Ich freue mich auf Euere Kommentare.

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