10 Mai

Dokumentarfilm “Fahr ma obi am Wasser” von Walter Steffen

Ich bin gerne mit Brunello unten an der Isar. Zu allen Jahreszeiten fasziniert mich der schnell fließende Flus, der nicht umsonst die “Reißende” heißt. Über die Isar und das Flößerhandwerk gibt es einen Dokumentarfilm, der 11. Mai 2017 Deutschlandpremiere hat und in vielen bayerischen Kinos zu sehen sein wird. Uraufgeführt wurde der Film am 6. April 2017 beim Filmfestival Bozen, das als das wichtigste Filmfestival für den Alpenraum gilt.

Deutschland Premiere beim DOK.Fest in München

Heute Abend feiert der Film beim DOK.Fest in München Deutschlandpremiere. Das DOK.Fest München ist neben DOK Leipzig das wichtigste deutsche Dokumentarfilmfestival. Besonders attraktiv sind jedoch die Open-Air-Aufführungen in Wolfratshausen direkt an der Loisach im Biergarten des Wirtshaus Flößerei jeweils um 20:30 Uhr am 11., 12., 13., 14. und 17. Mai 2017. Bei schlechtem Wetter findet die Aufführung im „Roten Saal“ des Wirtshaus Flößerei statt.

Beeindruckende Landschaftsaufnahmen

Eindrucksvoll und authentisch wird die alte Tradition gezeigt und welche Bedeutung die Flößer aus dem bayrischen Oberland seit dem Mittelalter für München und andere Städte hatten. Flößer aus der heutigen Zeit fahren mit ihrem Floß von Wolfratshausen nach München und die Aufnahmen werden in Schwarz/Weiß gedreht. Gemeinsam mit den in Farbe aufgenommenen Luft-, Fluss-, Landschafts- und Naturaufnahmen entstand so ein Film, der mit Geschichten, Erzählungen sowie mit 3D-animierten historischen Bilddokumenten ein spannendes und lebendiges Bild der Flößerei im Bayerischen und Tiroler Oberland zeigt.

Das Thema Frau unter den Flößern bleibt aber unberührt

Was allerdings fehlt,ist die Darstellung der Frauen in diesem Zeitalter. In den Hochzeiten der Flößerei war das Schlagen der Baumstämme und der Verkauf des Holzes der eigentliche Grund für die gefährliche Reise auf der Isar. Vielfach kamen die Männer beim Holzschlagen oder auf den Flößen ums Leben. Dann mussten die Frauen ran und es gibt Zeichnungen und Überlieferungen, dass auch einige Frauen als Flößerinnen gearbeitet haben. Leider blieb ihnen jedoch der Zugang zur Zunft der Flößer verwehrt.

© Concept+Dialog.Medienproduktion

Historischer Rückblick

Im 17. Jahrhundert konnte man von Bad Tölz nach Wien in neun Tagen reisen, sicherlich schneller und bequemer als mit den Postkutschen zu dieser Zeit. Doch ungefährlich war diese Reise damals nicht, denn enge Klammen, Brückenpfeiler, Wehre und Felsen machten die Fahrt auf dem Fluss zu einem großen Abenteuer.

Eine Idee wird verfilmt

© Concept+Dialog.Medienproduktion

Die Idee zu dem Film “FAHR MA OBI AM WASSER…” entstand vor einigen Jahren bei einem Gespräch der ersten Vorsitzenden des Vereins Flößerstraße e.V., Gabriele Rüth, und Walter Steffen und wird in Kooperation mit dem Verein und der Konzept+Dialog.Medienproduktion realisiert. Neben der finanziellen Beteiligung trug der Verein Flößerstraße e.V. auch mit seinem umfangreichen Wissen, mit der Herstellung der Kontakte zu Interviewpartnern u.v.m. zu einem erfolgreichen Gelingen des Filmprojektes bei.

Über Walter Steffen:

Der Regisseur Walter Steffen ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Er schrieb Bücher unter anderem zu den Serien „Edel & Starck“ und „Die Rosenheim-Cops“. Als Regisseur erhielt er für die Dokumentation „Netz & Würm“ über die Fischer am Starnberger See den Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung. Für die Holocaust-Dokumentation „Endstation Seeshaupt“ wurde er mit dem Kulturpreis des Landkreises Weilheim-Schongau ausgezeichnet. Sein Film „München in Indien“ über den Hofmaler der Maharadschas war 2013 einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme in den deutschen Kinos. „Bavaria Vista Club“ über die aktuelle bayerische Volksmusikszene zog Anfang 2015 Tausende in die Kinos. Walter Steffen lebt mit seiner Familie in Seeshaupt am Starnberger See.

2 Gedanken zu „Dokumentarfilm “Fahr ma obi am Wasser” von Walter Steffen

  1. Da möchte ich als Regisseur und Macher des Films mich gleich herzlich für den Beitrag bedanken und muss aber auch gleich etwas richtig stellen: Die Frauen kommen sehr wohl vor – und zwar gleich mehrfach, als Protaginstinnen, Erzählerinnen und in ihren historischen Rollen. Deshalb unser Tipp auch an alle Frauen: Ins Kino gehen und den Film anschaun!

    Beste Wünsche Walter Steffen

    • Lieber Walter Steffen,
      danke für den Kommentar und die Anmerkung. Im Trailer ist nur einmal eine Frau ganz kurz als Fahrgast zu sehen.

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